BLAUES FEUER


Wenn ein Sensationsfund zur größten Bedrohung wird
Erster Band der Yorick Vard-Reihe
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​Dr. Kristina Sabo ist etwas gelungen, von dem andere Forscher nur träumen: In der Arktis hat sie ein leuchtendes Bakterium entdeckt – eine wissenschaftliche Sensation, die den weltweiten Energieverbrauch drastisch senken könnte. Um weitere Proben zu sichern, sticht ein Forschungsschiff in See, an Bord Kristina und der Elitesoldat Yorick Vard. Er ist auf verdeckte Operationen spezialisiert, und sein Auftrag lautet: die Mission um jeden Preis zu schützen. Je weiter sie in das Nordpolarmeer vordringen, desto mehr gerät die Fahrt außer Kontrolle. Ein aufziehender arktischer Sturm, Sabotageakte an Bord und unerklärliche Zwischenfälle bedrohen nicht nur die Forschung, sondern auch das Leben der Crew.
Leseprobe
Insel Usedom
Yorick Vard genoss die kühle Nachtluft. Unter ihm federte der feuchte Sandstrand, über ihm stand der Vollmond am Himmel. Um
diese Uhrzeit war es hier menschenleer, und selbst die Möwen schienen zu schlafen.
Die Bedingungen waren optimal für einen schnellen Dauerlauf. Ein Blick auf seine Uhr zeigte ihm, dass sein Puls bei 70
Prozent seiner maximalen Herzfrequenz lag. Seine Atmung wartief und regelmäßig im Rhythmus von drei Schritten proEinatmen und drei Schritten pro Ausatmen. Er hatte die ersten fünf Kilometer in 30 Minuten geschafft und orientierte sich an
dem schmalen Streifen, wo die Wellen auf den Strand rollten. Dort war der Sand besonders gut für seine Trainingseinheit
geeignet. Yorick war im Sechs-Minuten-Schnitt pro Kilometer unterwegs. Wenn alles nach Plan lief, würde er in zwei Stunden
wieder am Hotel sein und könnte dort den Sonnenaufgang bei einer Tasse Kaffee genießen.
Yorick genoss das Gefühl, im Flow zu sein. Jeder einzelne Augenblick war das frühe Aufstehen wert! Die letzten Häuser von Heringsdorf verschwanden hinter ihm - und damit auch die Straßenlaternen und Lichter, die den bläulichen Schein des Vollmondes störten.
Wenig später erreichte Yorick die Steilküste von Bansin. So gefiel es ihm: Links die schroffen Felsformationen, rechts die
glatte Ostsee und vor ihm endlose Weite. Usedom begrüßte ihn an seinem ersten Urlaubstag mit einem wahrlich großzügigen
Geschenk. Kaum verlor er sich endgültig in seinen Gedanken, da kam vor ihm ein Motorengeräusch auf. Es näherte sich rasch.
Yorick blickte auf die Ostsee und erkannte im Mondlicht die Silhouette eines Jetskis. Ihm war vollkommen egal, wer nachts wie ein Irrer über die Ostsee raste, und was der Grund dafür sein mochte. Er wollte einfach nur seine Ruhe haben und diesen
Lauf genießen. Er musste nur noch ein paar Augenblicke abwarten, dann würde wieder Stille einkehren.
Im nächsten Moment hallte ein dumpfes Geräusch durch die Nacht. Prompt verlor der Motor des Jetskis an Drehzahl. Yorick blieb
stehen und starrte auf das Wasser. Er konnte den Jetski erkennen, doch vom Fahrer war nichts zu sehen. Er wartete einige Augenblicke ab und beobachtete, ob auf dem Wasser noch etwas passierte.
Nein, das tat es nicht!
Er schätzte die Entfernung zum Jetski auf etwa 150 Meter. Der Motor lief jetzt im Leerlauf und war kaum noch zu hören.
Yorick legte die Hände um den Mund und brüllte: „Ey! Alles okay?“
Keine Antwort.
„Scheiße“, murmelte er. Offensichtlich brauchte da draußen jemand Hilfe, und die Optionen waren überschaubar: Das Handy
lag im Hotelzimmer, am Strand war außer ihm niemand unterwegs, der nächste Ort war kilometerweit entfernt, und die Steilküste
war unüberwindbar.
Er rief noch einmal: „Brauchst du Hilfe?“
Nichts.
Flugs zog er seine Sportschuhe, Socken und das T-Shirt aus – nur die Laufshorts behielt er an. Er watete ins Wasser und
überwand die ersten Meter, die mit Steinen gespickt waren. Am Nachmittag hatte Yorick auf einer Anzeigetafel am Strand
gelesen, dass das Wasser eine Temperatur von 17 Grad hatte. Er kannte die Wirkung der Kälte auf seinen Körper sehr genau und
wusste, dass ihm maximal 30 Minuten Zeit blieben, bis sich erste Zeichen von Unterkühlung zeigten und seine Koordination
einschränkten.
Die Ostsee wurde rasch tiefer, dann konnte er endlich schwimmen. Er begann zu kraulen und kam rasch voran. Als er
den Jetski erreichte, umrundete er ihn und sah eine junge Frau im Wasser treiben. Ihr Kopf wurde durch eine Automatik-
Rettungsweste über Wasser gehalten.
„Hallo?“
Keine Reaktion.
"Spannender Thriller, der mit einem furiosen Schlussakt endet."
Testleser
"Spannend, psychologisch ausgefeilt, dramatisch und mitreißend."
Testleser
"Für mich ist der Thriller ein absolutes Sommer-Highlight geworden."
Testleser



